Endlich war es wieder so weit: Das Highlight des Jahres 2009 im Sportstacking die Europameisterschaft in Gelsenkirchen. Diesmal trat die Stackingschool in voller familiärer Besetzung an: Mama, Papa, Mauro, Cara und Enrica. Die Konkurrenz war wie immer stark. Doch es stand nicht allein die Leistung im Vordergrund - alte Bekannte und Stackerfreunde wieder zu sehen und sich mit ihnen im fairen Wettkampf zu messen, macht immer wieder riesigen Spaß.
Beim warm up tauschte man sich noch freundlich aus, doch spätestens nach der Quali ging´s dann heiß zur Sache. Alte Rivalitäten brachen wieder hervor. Zittern und Bibbern, wenn die eigenen Kinder stacken. Hoffentlich fällt kein Becher runter! Halten seine Nerven durch? Bleibt sie diesmal cool und gelassen?
Und dann muss Du selber ran! Betritts die Bühne, erhaschst die feuereifrigen Blicke Deiner Kinder und Deiner Frau, erspähst die verstohlenen Blicke Deiner Rivalen. Zwei Probedurchgänge nimmst Du Dir, um die Nerven zu beruhigen, Dich in den Griff zu bekommen, den Fokus auf die Becher zu legen, alles um Dich herum auszublenden. Erster Wertungsdurchgang: der erste Griff muss sitzen, der erste Griff ist entscheidend für den Rest. „Los Marco! Du schaffst es!“ skandieren die Fans. Ausatmen – bum bum – einatmen –bum bum – ein Lächeln für den Judge – bum bum – ok, jetzt gilts, ACTION! Erster Griff … der sitzt, prima, weiter so, 3-6-3 rauf und wieder runter, boah das läuft, weiter weiter nicht verschnaufen 6-6 rauf, runter – kein Fehler, bisher kein Fehler, YES I CAN … und das war der Fehler, ich habe das Denken angefangen und schon war der Fehlgriff da, Turm umgefallen, wieder aufgerichtet weiter gestapelt, rauf die 10er und wieder runter und stop! OH NEIN, MIST, und dann ist der mittlere Turm umgefallen – Versuch ungültig und das mit einer für meine Verhältnisse Topzeit von 11,4 Sekunden. Egal, zwei Versuche hast Du noch. Einatmen – bum bum – ach ja, das Prozedere kennt Ihr ja schon. Ergebnis des zweiten Durchlaufs 11,15 Sekunden, persönliche Bestzeit im Wettkampf. Das macht dir den Rücken frei für den letzten Durchgang, alles auf eine Karte. Mein Co-Trainer Marcel brüllt noch: „Mach jetzt die 10, Marco, ich will die 10 sehen!!!“ Und los geht´s: 3-6-3 erledigt, 6-6 erledigt, 1-10-1 rauf prima könnt sogar noch ne 9er-Zeit werden, Wahnisnn, und dann der Fehler beim Abbau, die 10 im Eimer, aber Bestzeit gestackt. Ergebnis: 3. Platz in der AK 40-49.
Wenn ihr dieses Wettkampffeeling selber mal erleben wollt, na dann schnappt Euch die Becher und los zur nächsten Meisterschaft! Bestimmt auch in Deiner Nähe!
Und hier noch schnell die Ergebnisse im Überblick:
Cheffe: 3. Platz 3-6-3 in 3,99 s 3. Platz Cycle in 11,15 s nur 0,56 über dem aktuellen Weltrekord
Chefin: wurde nicht letzte
Mauro: 2. Platz im Doppel mit seiner Schwester Cara
Cara: 2. Platz im Doppel mit ihrem Bruder Mauro 3. Platz in der 3-6-3 Staffel Und echt ärgerlich 3 vierte Plätze in den Einzeldisziplinen
Enrica: dreifache Europameisterin in den Einzeldisziplinen 3-3-3, 3-6-3, Cycle 3. Platz in der 3-6-3 Staffel